Was ist eine Kyphose?

Kyphose ist eine der häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule. Eine Kyphose – oder im Volksmund „Rundrücken“ – ist eine nach hinten konvexe (dorsal konvexe) Form des Rückens im Bereich der Brustwirbelsäule. Die Tendenz zum Rundrücken, der sogenannten Kyphose, kann sich auch im mittleren (thoracolumbalen) sowie dem unteren (lumbalen) Abschnitt der Wirbelsäule manifestieren.

Bis zu einem Winkel von ca. 40° nach Cobb im Bereich der Brustwirbelsäule ist eine Kyphose physiologisch. Um festzustellen ob eine krankhafte Veränderung der Wirbelkörper vorliegt, müssen allerdings mehrere Faktoren geprüft werden. Es gibt zwei Hauptgruppen von Kyphosen: die angeborenen und die erworbenen.

Man unterscheidet zudem die sogenannten arcuären (bogenförmigen) und die angulären (winkelförmigen) Kyphosen. Die Ursachen für die angulären sind Wachstumsstörungen (angeborene Keilwirbel) oder bestimmte Erkrankungen, wie Osteoporose oder Morbus Bechterew.

Bei den arcuären liegen meist traumatische oder krankhafte Veränderungen durch Tumore oder Entzündungen zugrunde. Bei den angulären ist oftmals ein stark ausgeprägter Buckel, der sogenannte Gibbus, zu erkennen. Anguläre Kyphosen können Schädigungen des Rückenmarkes hervorrufen.

(Abbildung: Patient mit Morbus Scheuermann in der Brustwirbelsäule, der Rundrücken ist deutlich zu erkennen.)

Wie wird eine Kyphose diagnostiziert?

Um festzustellen, ob es sich um eine strukturelle Veränderung der Wirbelsäule handelt oder um eine Haltungsschwäche, wird – besonders bei Kindern – der Haltungstest nach Matthias angewandt.

Der Patient steht hierbei in aufrechter Haltung mit ausgestreckten Armen. Kann er die Position über 30 Sekunden halten, geht man von einer „ Haltungsgesundheit“ aus. Eine Haltungsschwäche liegt vor, wenn die 30 Sekunden nicht erreicht werden.

Wenn die Stellung überhaupt nicht eingenommen werden kann, liegt ein Haltungsverfall vor.

Hochgradige Kyphosen, wie beispielsweise Morbus Bechterew, können den aufrechten Gang des Menschen behindern.

(Abbildung: Der Haltungstest nach Matthias dient zur Diagnose der Scheuermann Kyphose.)

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Wie häufig gibt es Morbus Scheuermann?

Der Morbus Scheuermann ist die häufigste Wirbelsäulenerkrankung. Bei ca. 30% der Bevölkerung liegt eine Scheuermann Erkrankung vor. Sie tritt in der Regel bei männlichen Patienten zwischen dem achten und dem dreizehnten Lebensjahr auf.

Die Keilwirbel sind deutlich auf dem Röntgenbild zu erkennen, es handelt sich hier um Osteoporose.

Aufgrund der Tatsache, dass es äußert schwierig ist, eine pathologische von einer physiologischen Kyphose zu trennen, unterliegt die Häufigkeitsangabe großen Schwankungen. Maßgebend für die Entstehung dieser Erkrankung ist neben einer schlaffen Körperhaltung auch eine Stoffwechselstörung.

Diese liegt der verminderten Belastbarkeit der Wirbelkörper zugrunde. Eine starke mechanische Belastung der Wirbelkörper wie im Leistungssport (Turner, Trampolinspringer) kann ebenfalls Ursache einer Scheuermann-Erkrankung sein. Die Folge ist eine Verformung der Wirbelkörper.

Die deformierten Wirbel werden als Keilwirbel bezeichnet. Die therapeutischen Maßnahmen zielen darauf ab, den Druck auf die Wirbelkörper zu verringern und eine weitere Deformierung zu verhindern.

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Bei Kyphose können spezielle Rumpforthesen (Korsette) sehr wirksam sein und bei richtiger Anwendung die Schädigung der betroffenen Wirbelsäulen-Segmente aufhalten.

Behandlung mit Physiotherapie und TLSO-Rumpforthesen

Es gibt verschiedene Therapien entsprechend der Ursache der Kyphose.

Bei einer Haltungsschwäche oder geringen wachstumsbedingten Veränderungen der Wirbelsäule sind physiotherapeutische Maßnahmen in der Regel erfolgsversprechend.

Bei höhergradigen Kyphosen kommen Rumpforthesen zum Einsatz. Spezielle Rumpforthesen (Korsette) sind sehr wirksam und können bei richtiger Anwendung die Schädigung der betroffenen Wirbelsäulen-Segmente aufhalten. Korsette zur Behandlung der Scheuermann Kyphose können in stabiler Rahmenbauweise hergestellt werden. Moderne TLSO (Thoraco-lumbo-sacral-Orthese) Rumpforthesen werden in CAD Technik hergestellt. Sie richten die Wirbelsäule im betroffenen Segment auf.

In schweren Fällen wird der entsprechende Bereich der Wirbelsäule operativ begradigt oder stabilisiert.

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Behandlung einer Kyphose mit Rumpforthesen (Korsetten)​

Moderne Rumpforthesen für Patienten mit Kyphose werden in CAD Technik hergestellt. Die Materialien und die speziellen biomechanischen Anforderungen der Korsette sind genauestens auf die Funktion abgestimmt. Die Kyphose-Korsette sind als robuste, leichte Rahmenkonstruktionen bei spezialisierten Orthopädie-Firmen erhältlich.

Patienten und Eltern sollten im Vorfeld genau abklären, wo sie sich mit einem TLSO-Korsett versorgen lassen. Die Praxis zeigt, dass es große Unterschiede bei der Qualität der Rumpforthesen und der damit einhergehenden Gesamtbetreuung der Patienten gibt.

Die Therapie mit einem Korsett wird bei erfahrenen Fachleuten genau auf begleitende Physiotherapie abgestimmt. Zudem sind regelmäßige Kontrollen beim Orthopädietechniker zur Überprüfung der Rumpforthese erforderlich.

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