Orthesen-Komponente für das Ortholutions Original RSC® Brace

Es gibt verschiedene technische und therapeutische Herangehensweisen, wie mit hochthorakalen oder sogenannten Double-/Triple-major-Krümmungen umgegangen wird. Einige Fachleute legen sogar überhaupt kein Augenmerk auf die speziellen Umstände.

Abbildung: Skoliose vom Typ hochthorakal im Original RSC Rigo System Cheneau Korsett von Ortholutions, Die D-modifier Komponente wirkt entsprechend der spezifischen Physiotherapie (BSPTS) bei Skoliosepatienten.

Abbildung: Skoliose – Biomechanik und Hebel, das Dreipunkt-Prinzip zur Korrektur einer thorakalen skolistischen Krümmung

Die hochthorakale Skoliose (oder Double-/ Triple-major Skoliose) stellt die Orthopädietechnik vor die technische Herausforderung, die Orthese für die Behandlung so aufzubauen, dass sich der Schulter-Hals-Bereich, in dem sich die Krümmung darstellt, im Körperlot ausrichten kann.

Abbildung: Der Scheitelwirbel ist nach der Lenke-Klassifizierung zwischen dem zweiten und sechsten Brustwirbel lokalisiert (Th 2 und Th 6).

Hochthorakale Skoliose mit Original RSC® Brace behandeln

Dr. Lawrence G. Lenke ist führender Experte für Operationen komplexer Wirbelsäulendeformitäten. 2001 veröffentlichte er seine ausführliche und im Vergleich zur King-Klassifizierung komplexere Klassifikation idiopathischer Skoliosen.

Das Ortholutions Original RSC® Brace Skoliose Korsett hat bestimmte biomechanische Designs vorgesehen, um über ein sogenanntes Hypomochlion (Drehpunkt zur Unterstützung oder Erzielung einer Hebelwirkung) einen Drehpunkt zu erzeugen, der die Aufrichtung über den Scheitelpunkt der oberen Krümmung zur Körperlotlinie hin ermöglicht.

Grundsätzlich sind in einer Rumpforthese zur Korrektur in der Frontalebene immer sogenannte Dreipunktsysteme eingebaut.

Der zur Korrektur erforderliche dritte Punkt bei hochthorakalen Krümmungen läge im Hals- bzw. Kopfbereich des Patienten, um als Hebelpunkt zu funktionieren. Technisch kann in diesen Fällen meistens eine Lösung gefunden werden.

Die Umsetzung bringt allerdings große kosmetische Einschränkungen für die Korsettträger mit sich, da die zur Korrektur erforderlichen Teile meistens über Gurtsysteme im Halsbereich wirken. In der Regel wird von solchen Konstruktionen Abstand genommen, da die psychische Belastung des Patienten nicht in Relation zum zu erwartenden Ergebnis steht.

Ein Hypomochlion ist ein Drehpunkt zur Unterstützung oder Erzielung einer Hebelwirkung, das biomechanische Design wird gezielt in der Ortholutions Original RSC® Brace Rumpforthese integriert.

Ein neuer Ansatz, wie man die hochthorakale Krümmung einer Skoliose mit einer Zusatzkomponente am Korsett korrigieren kann, hat ihren Ursprung in der Physiotherapie.

Abbildung: Die von Dr. Manuel Rigo entwickelte BSPTS (Barcelona Scoliosis Physical Therapie School) basiert auf der bewährten Schroth-Therapie.

Abgeleitet von physiotherapeutischen Übungen wurde die D-modifier-Komponente entwickelt. D-Modifier stammt aus der Terminologie der von Rigo entwickelten Skoliose-Klassifizierung und wird als Zusatz zu den vier Grundtypen hinzugefügt, wenn sich bei einer Skoliose eine hochthorakale Krümmung entwickeln kann oder schon manifestiert ist.

Die D-modifier-Komponente erzeugt Kompression auf dem hochthorakalen Apex (Rippenbuckel) und damit einhergehend wird eine horizontale Verschiebung (Translation) des Kopfes zur Körpermitte erzeugt. Diese wird über einen am D-Modifier speziell befestigten Gurt erzeugt.

Die biomechanische Wirkung wird vom Orthopädietechniker genauestens geprüft. Wird die D-modifier-Komponente falsch umgesetzt, kann der Effekt ebenso wie bei den physiotherapeutischen Übungen ausbleiben – oder aber, was wahrscheinlicher ist, die Situation sogar negativ beeinflussen.

Abbildung: D-modifier TLSO Rumpforthesen Komponente vor der Montage an das Ortholutions Original RSC® Brace

Kontrolle vor der ersten Anprobe des Korsettes

Die D-modifier-Komponente wird nachts oder zu Hause angebracht, um den Skoliosepatienten im Alltag den kosmetischen Nachteil zu ersparen.

Im Vergleich zu den herkömmlichen Gurtkonstruktionen zeigt sich mit der neuen Herangehensweise eine deutlich verbesserte Umsetzung der erforderlichen Korrekturkräfte und der damit einhergehenden biomechanischen Wirkung.

Die neue D-modifier-Komponente hat sich als sinnvolle Ergänzung für Rumpforthesen zur Korrektur einer hochthorakalen Skoliose bewährt. Da das Bauteil individuell adaptierbar ist, wird das soziale Leben weniger negativ beeinflusst.

Die Compliance und somit die Tragezeiten der Rumpforthesen werden somit gesteigert, was zu einem besseren Gesamtergebnis führt.

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