RSC® - eine Weiterentwicklung der Original-Chêneau-Korsettversorgung bei Skoliose

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Klinische und röntgenologische Darstellung eines strukturellen Flachrückens. Quelle: Dr. Manuel Rigo Caldito

Man kann eine Skoliosebehandlung dann als erfolgreich bezeichnen, wenn bei guter Tragezeit die Krümmung der Wirbelsäule reduziert wird.

Wenn mehr als 50 Prozent korrigiert wird und der Körper auch um die Längsachse entdreht wird spricht man von einem sehr guten Ergebnis.

Spezialisierten Orthopäden und Orthopädietechniker können solche Verbesserungen erzielen, indem sie sich ganz auf die dreidimensionale Rumpfverformung konzentrieren.

Ein gut angepasstes Korsett kann die Rumpfverformung aufhalten. Diese Verbesserungen sind möglich, wenn die Behandler sich nicht allein auf das Röntgenbild verlassen, um die Verformung zu ermitteln.

Das Röntgenbild ist stets zweidimensional, der Körper selbst dreidimensional.

Es kann sein, dass der Skoliose-Patient von der Seite auf dem Röntgenbild eine annähernd normale Wirbelsäulenform aufweist, obwohl dies in Wirklichkeit nicht zutrifft. Bei diesen Patienten ist dann trotzdem noch ein Rippenbuckel zu erkennen.

Manche Korsette, die nach Röntgenbildern angefertigt werden, führen sogar zu einem unnatürlich wirkenden Flachrücken. Das zweidimensionale Röntgenbild kann Skoliose nur ungenügend abbilden, weil diese dreidimensional ist. Ungünstige Ergebnisse werden häufig nicht gezeigt.

Skoliose und Behandlungssicherheit mit Korsetten.

Viele Praxen und Zentren mit großer Behandlungserfahrung kennen das Problem, dass mit ähnlichen Korsetten manchmal ausgezeichnete und manchmal nur mangelhafte Effekte erzielt werden. Die ungünstigen Ergebnisse werden häufig nicht gezeigt!Wie kann die Behandlungssicherheit soweit verbessert werden, dass alle Krümmungsmuster von einer Korsettversorgung in gleicher Weise profitieren? Durch Korrekturprinzipien, die besser zu den unterschiedlichen Krümmungsmustern passen.

Die Mehrzahl der weltweit verordneten Korsette werden nach einem einheitlichen Bauplan konstruiert, welcher den Grundgedanken des Konstrukteurs und seinen Vorstellungen von den Korrekturmöglichkeiten Rechnung trägt, nicht jedoch den biomechanischen Gegebenheiten der einzelnen unterschiedlichen Krümmungsmuster.

Die Chêneau-Korsettversorgung berücksichtigt zwei unterschiedliche Krümmungsmuster und basiert damit auf zwei unterschiedlichen Konstruktionskonzepten. Die moderneren Versorgungen berücksichtigten fünf Krümmungsmuster (King-Klassifikation). Versorgungen auf dieser Grundlage sind spezifischer als die Chêneau-Versorgung.

Die Ergebnisse waren bei der Chêneau-Bauweise und auch bei der nach King modifizierten Chêneau-Versorgung statistisch gesehen schon recht gut. Jedoch konnte im Einzelfall bei allen beiden Versorgungskonzepten nicht immer geklärt werden, warum einige Korsette funktionierten und andere nicht!

Dr. Manuel Rigo hat aus der zur Operationsplanung gedachten Lenke-Klassifikation des amerikanischen Chirurgen Dr. Lawrence G. Lenke fünfzehn unterschiedliche Krümmungsmuster abgeleitet. Diese ermöglichen eine noch spezifischere und damit genauere Korsettversorgung, die sogenannte Rigo-Klassifizierung.

Dino Gallo ist Diplom Orthopädietechnikermeister mit über 20 Jahren Berufserfahrung, speziell in der Kinderorthopädie. Er ist Geschäftsführer von Ortholutions. Das Unternehmen mit Sitz in Oberbayern stellt Skoliosekorsette nach dem Rigo System Chêneau her.