Weniger röntgen bei Skoliose

Skoliose ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der die Wirbelsäule seitlich verkrümmt ist. Etwa drei von hundert Menschen leiden darunter. Skoliosepatienten lassen ihre Wirbelsäule regelmäßig vermessen. Dies geschieht häufig durch Röntgen.

Die Strahlendosen sind beim Röntgen zwar sehr gering, dennoch potenziell schädlich für den Patienten. Deshalb lassen sich viele Menschen nicht gerne röntgen. Was viele Skoliosepatienten nicht wissen: Es geht auch ohne …

Die Alternativen werden unter dem Begriff topografische Verfahren zusammengefasst. Topos ist griechisch und bedeutet Ort. Bei diesen Verfahren wird der Rücken vermessen.

Das geschieht zum einen durch hochtechnische Verfahren, z.B. die Magnetresonanztomographie (MRT).

Es geht aber auch einfacher: Ein kleines, aber wichtiges Messgerät ist das Skoliometer, das Dr. William P. Bunnell in den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfunden hat.

Es ähnelt einer Wasserwaage, kann aber viel mehr.

Den Cobb-Winkel mit dem Skoliometer messen

Mit dem Skoliometer lässt sich der Cobb-Winkel bestimmen. Dieser Winkel gibt die Krümmung der Wirbelsäule an. Der Patient beugt sich mit ausgestreckten Beinen nach vorne. Der Arzt oder Therapeut legt das Skoliometer auf die deutlich hervortetenden Verwindungen der Wirbelsäule.

Mithilfe der Skala am Skoliometer kann der Behandler Rückschlüsse auf den Cobb-Winkel ziehen. Untersuchungen haben ergeben, dass die so gewonnenen Ergebnisse allenfalls geringfügig von den Werten abweichen, die beim Röntgen ermittelt werden.

Messen sollte stets der gleiche Behandler; damit können zu starke Messfehler vermieden werden. Auch bei Röntgenaufnahmen sind Messtoleranzen von fünf Grad möglich. Das Vorbeugen mit ausgestreckten Beinen, der sogenannte Adams-Test, ist eine Untersuchung, die jedem Skoliosepatienten vertraut ist.

Es zeigt sich, dass das Bestimmen des Cobb-Winkels mithilfe des Skoliometers eine sinnvolle Technik ist, um die Belastung durch Röntgenstrahlen deutlich zu verringern. Skoliosepatienten könnten auf zahlreiche Röntgenuntersuchungen verzichten, wenn mehr Ärzte, Physiotherapeuten und Orthopädietechniker in diesem Verfahren geschult wären.

Dino Gallo - Ortholutions