RSC® Brace Skoliose Korsett international

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Der Skoliose Experte Avital Pinhas bespricht die weitere Behandlung mit dem RSC® Brace Skoliose Korsett.

Tamar Neuhaus, israelische Physiotherapeutin, hat sich seit den 90er Jahren intensiv mit physiotherapeutischen Methoden auseinandergesetzt. Zu diesem Zweck hat sie sich in Deutschland aus eigener Motivation heraus zu einer spezialisierten Skoliose-Therapeutin ausbilden lassen. Das nächste Ziel war die Therapie in Israel zu etablieren. Und noch mehr Physiotherapeuten auszubilden. Hierzu war ein erfahrener Lehrer erforderlich.

Sie kontaktierte Dr. Manuel Rigo, den sie im Laufe der Jahre auf Fach-Meetings und Kongressen kennen lernte, und bat ihn in Israel ein Team von Physiotherapeuten auszubilden und eine Prüfung abzunehmen.

Der erste Kurs in Israel wurde im Jahre 2000 abgehalten. Der Bekanntheitsgrad von Dr. Rigo in Israel wuchs durch die von ihm abgehaltenen Kurse schnell an. Bei den Patienten hat sich die Tatsache, dass sich nun die Möglichkeit bot im ganzen Land geschulte Therapeuten aufzusuchen, schnell herumgesprochen.

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Dr. Rigo und Tamar Neuhouse besprechen die weitere Behandlung mit dem Skoliosekorsett.

Während seiner Aufenthalte in Israel untersuchte Dr. Rigo zunehmend mehr Patienten. Viele Betroffene und deren Familien wollten direkt vom Skoliosespezialisten betreut werden. Dafür scheuten sie weder private Kosten noch die Anfahrtswege.

Die Konsultierungen wurden in den privaten Räumlichkeiten von Tamar Neuhaus oder anderen Physiotherapeuten durchgeführt - ganz unkompliziert und pragmatisch.

Bekannterweise ist für viele Skoliose Patienten Physiotherapie allein nicht ausreichend. Korsettanpassungen waren zur Therapie erforderlich. Der Standard der Rumpforthesen zur Therapie von Skoliose war zum damaligen Zeitpunkt allerdings auch in Israel unbefriedigend. Die Patienten die es sich leisten können reisen seither direkt nach Barcelona und lassen sich innerhalb einer Woche mit einem von Dr. Rigo selbst modellierten Korsett versorgen.

Das heißt, dass das komplette Gips-Postivmodell das zur Herstellung des Korsettes notwendig ist von Dr. Rigo selbst modelliert, also hergestellt wird. Die Anprobe und Funktionskontrolle des Korsettes wird ebenfalls von Dr. Rigo selbst mit seinem Orthopädietechniker -Team durchgeführt. Das Problem lag auf der Hand.

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Besprechung und Reflexion des Tages beim Abendessen in einem libanesischen Lokal. Alle neuen Erkenntnisse werden diskutiert und der nächste Tag wird geplant. (links Tamar und Lior Neuhaus, rechts: Dr. Rigo und Avital Pinhas)

Was sollte mit all den Patienten geschehen deren Eltern es sich nicht leisten konnten die komplette Aufwendungen der Reise und der Korsettversorgung in Barcelona aufzubringen? Was musste geschehen um den israelischen Skoliosepatienten eine optimale Korsettversorgung bereitzustellen?

Richtig: es war zunächst erforderlich Orthopädietechniker zu finden die bereit waren sich in den Dienst der Sache zu stellen.

Tamar Neuhaus sprach Avital Pinhas und Ron Silverman auf die Angelegenheit an. Avital und Ron sind Orthopädietechniker die Tamar von anderen Bereichen der Zusammenarbeit schon kannte. Skoliose allerdings war bis auf das herkömmliche Allgemeinwissen der Berufssparte für beide völliges Neuland.

Avital und Ron besuchten zunächst einen von Dr. Rigo abgehaltenen Physiotherapie-Kurs in Tel Aviv um grundsätzlich etwas tiefer in die Materie einzusteigen. Es folgten einige Besuche bei Dr. Rigo in Barcelona und bei Ortholutions in Rosenheim um sich in die Materie zu vertiefen. Der nächste Schritt war eine effektive und standardisierte Rumpforthesen-Technik nach Israel zu bringen.

Die Firma Ortholutions arbeitet seit Februar 2001 direkt mit Dr. Rigo auf orthopädie-technischer Ebene zusammen. Ortholutions hat ein patentiertes System entwickelt, das die exakte Reproduktion eines originalen Rigo Korsettes, RSC® Rigo-System-Chêneau, individuell auf die Patientenmaße abgestimmt sicherstellt.

Hierfür werden die original Korsettpositivmodelle des Experten in einem speziellen Verfahren für die Ortholutions-Modelldatenbank digitalisiert. Zur Herstellung eines Korsettes sind spezifische Patientenmaße und Fotografien nötig. Das Korsett wird daraufhin in Rosenheim / Deutschland von Ortholutions in CAD CAM Technik produziert. Das zur Anprobe fertig gestellte Korsett wird dann zum Kunden (in diesem Fall Taygon Medical / Israel) bzw. Patienten versendet.

In eine weitere Datenbank, die über das Internet erreichbar ist, werden die Patientendaten eingegeben. Diese Datenbank ist als Zentrale Kommunikations-Plattform Dreh- und Angelpunkt der behandelnden Teams. Hier wird auch sichergestellt das jeder Patient der ein RSC® Korsett bekommt eine individuelle Diagnose von Dr. Rigo erhält. Die Diagnose beinhaltet auch die Modellbestimmung die für die Krümmungstypen der Patienten erforderlich sind.

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Am Sabbat bleibt Zeit für Ausflüge um Land und Leute besser kennenzulernen. Es ist immer was ganz besonderes wenn man ein Land und dessen Mentalität und Besonderheiten von einheimischen Freunden erklärt bekommt und gemeinsam mit ihnen erleben darf. (Stehend von links nach rechts: Lior und Tamar Neuhaus, Dino Gallo und kniend Iris Voiko bei einem Tagesausflug ans Tote Meer.)

Avital Pinhas und Ortholutions haben eine intensive Zusammenarbeit beschlossen. Diese begann mit dem Erlernen des RSC® Versorgungs-Systems für Avital Pinhas. Hierfür war zunächst ein Aufenthalt in Deutschland erforderlich. Wie sich herausstellte mit großem Erfolg. Seit Mai 2003 werden die RSC Korsette nach Israel zu Avital Pinhas geliefert und tragen ihren Teil zur Therapie der Skoliosepatienten bei.

Mittlerweile reisen Mitarbeiter von Ortholutions mindestens 2-mal jährlich für eine Woche gemeinsam mit Dr. Rigo nach Israel. Im Rahmen eines jeden Aufenthaltes werden bis zu 125 Patienten betreut. Bei den Konsultierungen werden neue Korsettversorgungen beschlossen oder erforderliche Änderungen an bestehenden durchgeführt.

All dies geschieht immer in Form von echtem Teamwork. Alle Details werden gemeinsam besprochen und dann umgesetzt.

Alle Berufsgruppen ermöglichen sich gegenseitig Einblicke in ihre spezifischen Bereiche und diskutieren die einzelnen Fälle miteinander. Durch diese Art der Zusammenarbeit wächst ein großes Wissen, dass sich permanent entwickelt.

Das Resultat ist eine so genannte Win-Win Situation. Alle Beteiligten, im Speziellen die Patienten, profitieren davon. Deren stetig anwachsende Zahl und die erzielten Ergebnisse bestätigen das Vertrauen, das sie in die Behandlung haben. Von der ärztlichen Seite über die therapeutische bis hin zur orthopädietechnischen fühlen sich alle bestens betreut.

Das alles kann nur gelingen weil keine Eitelkeiten der verschieden Berufsgruppen im Spiel sind und alle als echtes Team funktionieren. Die Bereitschaft immer von und miteinander zu Lernen und somit die Versorgungssicherheit im Rahmen des Versorgungskonzeptes und der realistischen Möglichkeiten zu garantieren sind das gemeinsame Ziel.

Dies beginnt bei der psychologischen Intervention, geht über orthopädische Details, bis hin zu welcher Technik ein Korsett am besten thermoplastisch verformt wird oder welcher Kunststoff zur Herstellung am besten geeignet ist.

Die erzielten Ergebnisse lassen sich sehen. Die spezielle Physiotherapie (School-Escuela de Barcelona) ist auf einem allgemein hohen Level und kann im ganzen Land in Anspruch genommen werden. Dr. Rigo stellte bei der SOSORT Konferenz 2006 in Poznan in Polen, eine Studie vor, die belegt, dass die durchschnittlich erzielten Korrekturwerte der Korsette, die entsprechend dem RSC® Versorgungskonzept hergestellt und angepasst wurden, denen entsprechen, die er selbst von Hand modellierte.

Das ganze Versorgungskonzept ist seit 2003 in Israel etabliert und entwickelt sich im Sinne der RSC® Philosophie (RSC® Brace-Barcelona School, Corsé RSC Escuela de Barcelona) stetig weiter. Eine Versorgungsphilosophie, die ebenfalls nur mit Hilfe von Menschen umgesetzt werden kann die sich in den Dienst eines Konzeptes stellen und somit den Erfolg garantieren.

All das ist der Garant dafür, dass es möglich ist, grenzübergreifend Wissen zu bündeln und im Sinne einer fachspezifischen Philosophie mit Erfolg zu realisieren. Dem unermüdlichen Einsatz und dem Idealismus von engagierten Menschen, die sich absolut diszipliniert in den Dienst einer Sache und deren Berufung stellen, sind solche Erfolge zu verdanken.

Neben der professionellen Teamarbeit gibt es eine sehr schöne „Begleiterscheinung“ des Engagements. Es sind die vielen tiefen Freundschaften die aus der Zusammenarbeit resultieren.

Denn neue Menschen und Kulturen im Alltag kennenzulernen sind Erfahrungen und Bereicherungen die für immer erhalten bleiben und immer wieder dazu beitragen den eigenen Horizont zu erweitern.

Dino Gallo Ortholutions