Das Skoliose-Netzwerk und die Hintergründe

Interview mit Michael Pöpping und Dino Gallo

Ortholutions Skoliose-Netzwerk

Michael Pöpping sprach mit Dino Gallo, Orthopädietechnikermeister und Certified Prosthetist and Orthotist (CPO) in Leipzig auf der OT world 2014, über das RSC® Brace Behandlungssystem. Herr Pöpping ist Orthopädietechnikermeister, Inhaber des Sanitätshauses Orthotop in Zürich und hat das Diplom der Internationalen Akademie für Orthopädietechnik in Dortmund.

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Dino Gallo erklärt wie sich das Ortholutions Skoliosenetzwerk zusammensetzt und wächst. Es setzt sich aus Internationalen Skolioseexperten zusammen.

Michael Pöpping
Wie ist das RSC® Brace Skoliosesystem entstanden?

Dino Gallo:
Das RSC® Brace Skoliosesystem geht auf Herrn Dr. Manuel Rigo zurück. Seine Forderung nach einer standardisierten Skoliosetherapie mit Rumpforthesen hat uns sofort überzeugt.

Das Ziel war, mit individueller Standardisierung zu einem ganzheitlichen Konzept zu kommen, welches Versorgungssicherheit bietet.

Ortholutions hat dann ein mittlerweile patentiertes technisches System entwickelt, mit dem die Anforderungen umgesetzt werden konnten.

Michael Pöpping:
Inwieweit spielt hier der Netzwerkgedanke eine Rolle?

Dino Gallo:
Das Netzwerk ergibt sich aus den verschiedenen internationalen Teams, welche in der Regel aus zertifiziertem Prothetiker/Orthetiker (CPO), Physiotherapeut (PT) und Facharzt (MD) bestehen. Unsere Partner treffen sich auf Veranstaltungen wie zum Beispiel SOSORT und tauschen sich über die neuesten Erkenntnisse aus. Der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist hierbei Ortholutions mit der Datenbank als Kommunikationsplattform.

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Die Herstellung des original RSC Brace erfolgt nach der patentierten Methode von Ortholutions, Skoliosetherapie wird somit international standardisiert.

Michael Pöpping:
Seit wann arbeiten Sie mit Dr. Rigo zusammen?

Dino Gallo:
Wir haben Herrn Dr. Rigo Mitte der neunziger Jahre kennengelernt. Gemeinsam mit ihm haben wir dann über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht, wie ein Konzept zur sicheren Skolioseversorgung aussehen könnte.

Ortholutions hat dann anhand der Anforderungen ein technisches System, bestehend aus Datenbank und patentierter Produktionsmethode, entwickelt. Das war im Jahr 2001.

Michael Pöpping:
Wofür benötige ich eigentlich die Klassifizierung?

Dino Gallo:
Grundsätzlich empfiehlt sich die Klassifizierung und Musterbestimmung durch das Expertenteam für alle, die bei der Versorgung ihrer Skoliosepatienten die maximale Sicherheit haben wollen. Das bietet Ihnen in dieser Form nur das OL-System. Somit ist das OL-System für alle Anwender ein ganz klares Bekenntnis zu Qualität und Versorgungssicherheit, was auch klar nach außen für Patienten und Partner (PT, Ärzte, Interessenverbände) kommuniziert wird.

Michael Pöpping:
Welche Voraussetzungen müssen für den Skoliose-Intensivkurs gegeben sein?

Dino Gallo:
Sie sollten in der Lage sein, mit einem Team aus PT, Arzt und CPO teilzunehmen. Darüber hinaus ist eine grundsätzliche technische Erfahrung im Umgang mit TLSO-Korsetten sinnvoll (in Bezug auf Anpassungen).

Michael Pöpping:
Wie kommuniziere ich mit Ihrem Fachteam und Dr. Rigo persönlich?

Dino Gallo:
Die Kommunikation beziehungsweise Beschreibung der Datenbank erfolgt über den Monitor, also via Internet.

Michael Pöpping:
Wie kann ich dem Patienten die patentierte Herstellung und Klassifizierung nachweisen?

Dino Gallo:
Jedes RSC wird mit Zertifikat ausgeliefert, in welchem der Prozess der individualisierten Anfertigung bestätigt ist. Außerdem wird jedes RSC® Brace gestempelt mit einem Siegel ausgeliefert.

Michael Pöpping:
Wie ist der genaue Ablauf?

Dino Gallo:
Zunächst erfolgt das Maßnehmen durch den Techniker vor Ort. Dann wird ein entsprechender Datensatz in der Daten in der Datenbank angelegt und es erfolgt die Klassifikation und Musterbestimmung durch Dr. Rigo. Die nächsten Schritte sind die Auslieferung und Anprobe sowie die Dokumentation der Anprobe und FU-follow up, Kontrolltermine.

Michael Pöpping:
Worin unterscheidet sich die CAD-Methode von anderen Herstellungsmethoden?

Dino Gallo:
Nun, man unterscheidet grundsätzlich drei Herstellungsvarianten: Da ist erstens die Handanfertigung, also die Herstellung nach einem Gipsabdruck und Modellierung von Hand. Man erhält ein Positivmodell nach eigener Interpretation der Korrekturmechanismen. Dann gibt es die handelsüblichen CAD-Systeme zum digitalen Erfassen der Daten und zur Modellierung. Und schließlich gibt es die spezifizierten CAD-Systeme wie das Ortholutions CAD System mit Datenerfassung, Expertise, Skolioseklassifizierung und Modellauswahl. Diese ermöglichen eine individuelle Modellanpassung unter Erhalt der krümmungsspezifischen biomechanischen Designs der Templates. Man erhält ein individuelles Positivmodell mit standardisiertem krümmungsmusterspezifischen Design.